Ich laufe schnell über den Gang zum Aufzug im Herzzentrum der Essener Universitätsklinik. Die Station ist mir bekannt und so flitze ich Gang für Gang bis zum Schwesternzimmer, mit der Frage auf meinen Lippen "Hallo, ich bin Frau K. und suche meine Mutter. Sie liegt angeblich auf dieser Station?". Ich war so aufgeregt, dass ich ganz vergaß den Namen meiner Mutter zu erwähnen, also fragte die Krankenschwester nach. Ich entgegnete Ihr mit dem Namen und sie zeigte auf eine große Tür,welche genau gegenüber vom Schwesternzimmer war. Schnell ging ich rüber und sah auch schon meine Mutter durch das kleine Fenster der Tür..ich war erleichtert als ich sah, dass es Ihr gut geht und überstürzte Sie mit sämtlichen Fragen. Eine Stunde lang hatte ich nun Zeit zum Reden. "Gott sei dank ist alles gut gegangen", dachte ich mir..weil Mama noch am Morgen am Herzen operiert wurde. "Mit einem Katheter gehen wir durch die Leiste und weiten die Ader", hieß es. "Das ganze dauert nur 20 Minuten", hieß es. Lustig - aus den 20 Minuten wurden 2 Stunden und nachdem sie "bedenkenlos" mit den Katheter durch die Leiste gegangen waren, bildete sich ein Haematom. Ich glaub das alles nicht mehr. Nun war die Stunde auch schon nach vielen Erzählungen rum und ich musste zurück in die Apotheke..arbeiten. Auf der Arbeit habe ich mir allerdings nur den Kopf zerbrochen und war dann froh, als um 17 Uhr endlich Feierabend war. Direkt darauf ging es zurück in die Klinik, nachdem ich von Papa erfahren hatte, dass Mama noch eine Weile im Krankenhaus bleiben müsse. Erneut auf der Station angekommen, Mama sah sehr müde und besorgt aus. Es klopfte und die Schwester der zweiten Schicht trat ins Zimmer. Sie wollte das Abendessen bringen und sagte noch vorher "Achten Sie darauf, dass Ihre Mutter sich nicht all zu sehr bewegt"..als Sie dann das Essen brachte hieß es widerrum "heißes Wasser für den Tee steht auf dem Flur und auch sonstige Dinge finden Sie dort". Na da fragt man sich doch ernsthaft ob die Schwester am Träumen war? Nach dem Essen brachte ich also das Geschirr auf den Flur und holte noch einen Nachschub an Kaffee.. wenn die Schwestern Ihre Aufgaben nicht übernehmen können, muss man das leider selber erledigen. Draußen wurde es immer dunkler..bis dass es plötzlich stockduster war und auf einmal klopfte es erneut - es war Papa. 2 weitere Stunden verbrachten wir mit Mama im Krankenhaus, bis dass er nach Hause wollte und die Besuchszeit vorbei war. Habe Ihr noch einen Kuss gegeben und eine gute Nacht gewünscht.

Zuhause angekommen, habe ich mir etwas zu essen gemacht und mein Bruder kam noch einmal vorbei um nachzuhorchen wie es Mama geht. Fleißig fingen wir an zu berichten und vom ganzen erzählen wurde ich ganz müde. Irgendwann war die Zeit zum Schlafen gekommen und nach 4 Stunden mussten wir auch schon wieder raus.. beide zur arbeit, in der Hoffnung das Mama am Mittag nach hause darf. Und so war es auch! Der Tag vorbei und ich kam nach hause. Mama hat mir die Tür aufgemacht, wie vorher... mir fiel ein riesen Stein vom Herz... habe mir den Kopf also nicht umsonst auf der Arbeit zerbrochen. Das war genug Aufregung für die nächsten paar Wochen!

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